Mit dem Pariser Klimaabkommen haben sich fast alle Länder der Erde das Ziel gesteckt, die Erderwärmung auf weniger als 2 Grad Celsius zu begrenzen. Dies ist nur zu erreichen, wenn ein umfassender Umstieg auf erneuerbare Energien gelingt und Energie in den Industriestaaten eingespart wird.

In der EU sollen erneuerbare Energien bis 2030 einen Anteil von 27 % am Energieverbrauch erreichen. 2015 waren es erst 16,7 %. In Deutschland sogar nur 14,6 %.

 

Energiewende mit Holz ?

Woher kommt die saubere Energie? Hier steht nicht etwa Sonne oder Wind an erster Stelle, sondern Biomasse.

Hauptsächlich Holz liefert bis heute fast zwei Drittel der erneuerbaren Energie in Europa – und die Menge soll allein bis 2020 um gut 30 Prozent steigen.


 

Energieriesen
auf dem Holzweg

Seit die Europäische Union die Holzfeuerung als Klimaschutzmaßnahme anerkennt, sehen zahlreiche alte Kohlemeiler einem zweiten Frühling entgegen.

Mit der großzügigen Unterstützung aus öffentlichen Kassen werden sie auf die Verbrennung von Holz umgestellt.

Auch deutsche Firmen mischen hier mit:

E.ON

hat sein Holzkraftwerk im südfranzösischen Gardanne an seine Abspaltung Uniper abgegeben. Der auf Holzfeuerung umgebaute Kohlekraftwerksblock wird in Zukunft jedes Jahr mehr als 800.000 Tonnen Holz verschlingen.

RWE

In der Nähe von Rotterdam betreibt RWE seit 1980 das Heizkraftwerk Amer. Eine Schließung stand schon zur Diskussion, doch nun wird der Betrieb zu 50 % auf Biomasse umgestellt. Bis 2020 soll der Anteil der Holzfeuerung auf 80 % steigen. Dafür werden dann jährlich 1,8 Mio. t Pellets benötigt.

Woher kommt das Holz ?

In Deutschland werden etwa 2 Millionen Tonnen Pellets pro Jahr hergestellt. Damit könnten gerade einmal die deutschen Pelletheizungen und Kleinkraftwerke betrieben werden.
Solange dafür ausschließlich Durchforstungsholz, Altholz und die Abfälle aus Sägewerken verwendet werden, gibt es nur wenig Spielraum nach oben.

Der weltweit größte Exporteur von Holzpellets ist zur Zeit die USA. Hier betreibt Innogy, die Ausgliederung des Energiekonzerns RWE, das nach eigenen Angaben größte Pellet-Werk der Welt. Georgia Biomass hat eine jährliche Produktionskapazität von 750.000 Tonnen.
Nach Recherchen der amerikanischen Naturschutzorganisation Dogwood Alliance ist wahrscheinlich, dass es seine Rohstoffe auch aus ökologisch seltenen Hartholz-Feuchtwäldern oder aus Kahlschlägen bezieht.

Das Verbrennen von Holz ist eine Sackgasse – aber Energiekonzerne versuchen weiter, es uns als die beste Lösung zu verkaufen.

In den kommenden Jahren wird die Nachfrage nach Pellets allein aus Europa um etwa 6 Millionen Tonnen steigen.


Holz oder Kohle ?


Der Heizwert von Kohle ist ungefähr doppelt so hoch wie der von Holz.

Um 1 kg Kohle zu ersetzen müssen also 2 kg Holz verbrannt werden.

Dabei entsteht ungefähr die 1,5 fache Menge an CO2. Nicht gut für das Klima.


Nachhaltig ist noch lange nicht klimaneutral



In Deutschland wird nicht mehr Holz geerntet als nachwächst. Doch dadurch ist seine Verbrennung noch nicht klimaneutral.

Denn wenn die Nachfrage nach Bioenergie steigt, muss mehr Holz geerntet werden als vorher.

Wären die Bäume nicht gefällt worden, würden sie weiter wachsen und in den nächsten 100 Jahre oder mehr weiteres CO2 binden.

Um Kohle klimaneutral durch Holz zu ersetzen, muss also nicht nur das Holz nachwachsen, das verbrannt wurde. Es muss auch das Holz ersetzt werden, das zusätzlich gewachsen wäre, wenn die Bäume nicht gefällt worden wären.

Es kann also 100 Jahre und mehr dauern, bis die entsprechende Menge an CO2 wieder gebunden ist. Bis dahin wird die Atmosphäre zusätzlich aufgeheizt.

So lange können wir nicht warten!

Was wir tun

Die Plattform-Wald-Klima


  • informiert Entscheidungsträger und die Öffentlichkeit in Deutschland und auf europäischer Ebene über die Gefahren der industriellen Energiegewinnung aus Holz,
  • bringt Partner aus Umwelt- und sozialen Organisationen zusammen und entwickelt gemeinsame Positionen,
  • untersucht deutsche Energiekonzerne, die sich an der Holzverbrennung in Kohlekraftwerken beteiligen und fordert den Ausstieg aus der industriellen Verbrennung von Holz,
  • fordert eine sofortige Einstellung der Subventionen für die industrielle Verbrennung von Biomasse
  • und arbeitet eng mit Partnern in aller Welt, die diese Ziele unterstützen.