Workshop in Berlin: Nachhaltige Holz-Biomasse

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In Zukunft wird noch viel mehr Biomasse – vor allem für industrielle Anwendungen benötigt. Dieses Szenario diskutierten die über 40 Vertreterinnen und Vertreter von Umwelt und Entwicklungsverbänden auf Einladung der Plattform Wald Klima und des Aktionsforums Bioökonomie in Berlin.

Eine mögliche globale Biomasse-Expansion würde zumindestens den Wünschen der Wirtschaft entsprechen: Energiemultis wollen verstärkt Holz als Brennstoff für die Stromproduktion verfeuern, auch die Papierindustrie möchte in Zukunft noch viel mehr Bäume zu Zellstoff zerkochen und langfristig sollen in einer möglichen Bioökonomie fossile vollständig durch biogene Rohstoffe ersetzt werden.

Legt man sämtliche Biomasse-Expansionspläne, für die Energie- und Industrieproduktion neben- oder übereinander, wird schnell deutlich, das diese Gleichung nicht aufgeht. Auf der Erde gibt es schlicht nicht genug fruchtbare Regionen, um genug Biomasse zu produzieren um Kohle, Gas und Öl eins zu eins zu ersetzen. Vor allen Dingen auch, wenn noch genug Ackerboden für die Lebensmittelproduktion oder Naturräume für die Artenvielfalt zur Verfügung stehen sollen.

Jutta Kill – Aktivistin beim World Rainforest Movement erläuterte in ihrem Vortrag, warum die Biomasse-Produktion für die Industrieländer schon heute im globalen Süden zu Menschenrechtsverletzungen und sozialen Problemen führt. Vor allem die Plantagen Industrie für Eukalyptus oder Palmöl verdrängt die lokale Bevölkerung aus Ihren Lebensräumen.

Anschließen berichtete Wolfgang Kuhlmann von der Plattform Wald Klima, wie bedrohlich die Biomasse-Phantasien der Stromriesen sind. RWE, Uniper und Co. wollen in den kommen Jahren die Holzfeuerung bei Ihren Kraftwerken steigern. Diese verstärkte Nachfrage nach Holz bedroht die globalen Wald-Ökosysteme. Außerdem bringt Strom aus Holzbiomasse kurzfristig nichts fürs Klima, so Wolfgang Kuhlmann.

In der anschließenden Podiumsdiskussion bekannten sich die Vertreterinnen der Bundesministerien für Bildung und Forschung (BMBF) sowie für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zur nachhaltigen Produktion für Biomasse und erläuterten die zukünftige Bioökonomie-Strategie der Bundesregierung. Von den Umwelt- und Entwickungsverbänden gab es u.a.daran Kritik, dass die Regierung auf Gentechnik setzt und keine definierte Obergrenze für Biomasse vorgesehen ist

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