Fake News oder Klimalösung: Drax will englische Biertrinker zu Klimaschützern machen

Wolfgang Kuhlmann Uncategorized 1 Comment

Die Lösung für das globale Klimaproblem liegt womöglich in der englischen Provinz – zumindest, wenn man den Ankündigungen des englische Kraftwerksbetreibers Drax Glauben schenken möchte:  Am 7. Februar 2019 teilte der Energieriese mit, dass es gelungen sei, das erste CO2 mit C-Capture Technologie zu binden. Ein Schritt zur Rettung der Welt oder doch nur Greenwashing?

In der Nähe von Selby, einem kleinen Ort in Yorkshire, befindet sich der größte CO2-Emittent Englands. Mit einer Leistung von 3,96 GW produziert das Kraftwerk Drax rund sechs Prozent der Energie des Landes.

Vier der sechs Kraftwerksblöcke wurden bereits von Kohle auf Holzfeuerung umgestellt. Im vergangenen Jahr wurden sie mit fast sieben Millionen Tonnen Holzpellets beheizt, die zum größten Teil aus dem Südosten der USA kamen.

Die Umstellung auf eine vermeintlich grüne Energie wird vom englischen Steuerzahler jeden Tag mit rund zwei Millionen Pfund bezuschusst. Die Subventionen für Erneuerbare Energien werden gezahlt, obwohl eine Studie der englischen Regierung bereits 2014 feststellte, dass die Kohlenstoff-Emissionen bis zu dreimal höher sein können als bei dem Einsatz von Kohle, wenn es bei der Pellet-Produktion zu einer Zunahme des Holzeinschlags kommt.

Das Problem soll jetzt mit einer neuen Technologie gelöst werden, bei der das Klimagas CO2 gebunden und unterirdisch gelagert werden soll. Leider gibt es bisher noch keine Beispiele dafür, dass dies in industriellem Maßstab machbar – und gleichzeitig bezahlbar – ist.

Drax will nun zeigen, wie es gehen könnte. In einer Pilotphase soll pro Tag eine Tonne CO2 aus dem Rauchgas des Kraftwerks gebunden werden. Selbst wenn es bei dem Test zu keinerlei Problemen käme, wären das im Jahr gerade einmal 365 Tonnen. Verglichen mit den 11,8 Millionen Tonnen CO2, die 2017 allein aus der Verbrennung von Biomasse freigesetzt wurden, ist das allerdings nur ein sehr kleiner Tropfen auf den heißen Stein (vergl. Drax Annual Report, S. 33).

Übrigens: Das CO2 soll nicht etwa in unterirdischen Kavernen gespeichert werden, sondern Drax möchte es britischen Bierbrauern verkaufen, deren Produkten es an natürlicher Kohlensäure zu fehlen scheint. Vielleicht steht dahinter aber auch der Wunsch, an den Theken des Landes neue Freunde für eine bislang unausgereifte Technologie zu gewinnen.

Weitere Informationen von Biofuelwatch: https://www.biofuelwatch.org.uk/2019/beccs-pilot-farce/

Comments 1

  1. Schnapsidee, auf so einen Schwachsinn würde nicht einmal Präsident Donald Trump kommen. Obwohl, man weiss da ja nie. Eine Tonne pro Tag, 365 (von 118 Millionen) Tonnen pro Jahr, bei einem energieaufwändigen Prozess. Übrigens: beim Rülpsen wird das Klimagas dann wieder frei.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*