Forest in North Carolina

Weltklimarat: Wälder als Lösung aus der Klimakrise!

Wolfgang Kuhlmann Biomasse, Holzenergie, Klima Leave a Comment

Wenn die Menschheit nicht auf unerprobte Risikotechnologien zurückgreifen will, um den Klimawandel wirksam zu bekämpfen, gibt es aus Sicht des Weltklimarat nur eine Option: Wir müssen unsere Wälder wachsen lassen. Nur wenn sich die CO2-Bindung der Wälder erhöht, so der Rat in seiner gestern veröffentlichen Stellungnahme, können wir noch das 1,5 Grad Klimaziel erreichen.

Leider bewegen sich bundesdeutsche Energiekonzerne wie RWE in die entgegengesetzte Richtung.  Sie wollen in Zukunft verstärkt Holz als Brennstoff einsetzten. Die Bäume, die für RWEs Kraftwerke gefällt werden, können dann nicht mehr das Klimagas CO2 aus der Luft filtern.

 

In Korea verabschiedete der Weltklimarat (IPCC) gestern eine Zusammenfassung seines Sonderberichts 1,5 °C globale Erwärmung. Die „Summary for Policymakers“ fasst die umfangreichen Recherchen auf etwa 30 Seiten zusammen und macht konkrete Vorschläge, wie eine katastrophale Erderwärmung verhindert werden kann.

Wie in früheren Stellungnahmen warnt der Weltklimarat, dass unser „Kohlenstoff-Budget“ – die Gesamtmenge an CO2, die sich in der Atmosphäre ansammeln kann, bevor es zu nicht rückgängig zu machenden Klimaveränderungen kommt – in Kürze erreicht ist und eine schnelle Verringerung der Treibhausgas-Emissionen dringend erforderlich ist.

Um eine weitere Erwärmung zu verhindern, müssen die Emissionen so bald wie möglich auf „Netto-Null“ sinken, d.h. es dürfen nicht mehr Klimagase ausgestoßen werden, als durch das globale System wieder aufgenommen werden. Derzeit liegen die Emissionen bei 42 Milliarden Tonnen pro Jahr, Wälder, Böden und Meere nehmen aber nicht einmal die Hälfte davon wieder auf.

Wie können da Netto-Null Emissionen erreicht werden?

Der Weltklimarat hat vier Handlungsoptionen berechnet. Drei davon bleiben im Rahmen einer Erwärmung um nicht oder nur wenig mehr als 1,5°C, eine geht von einer stärkeren Erwärmung aus, die anschließend durch die künstliche Bindung von CO2 kompensiert werden muss. Dies soll durch den Einsatz von Biomasse-Energie mit anschließender Kohlenstoffbindung und -speicherung geschehen (Biomass Energy with Carbon Capture and Storage (BECCS)), einer unerprobten Technik mit möglicherweise gefährlichen Nebenwirkungen.

Auch zwei der drei 1,5°C Szenarien müssen auf BECCS zurückgreifen, um zusätzliches CO2 zu binden. Nur ein Szenario kommt ohne derartige technische Hilfsmittel aus: Es setzt auf eine zügige, aber nicht unrealistische Verringerung des Energieverbrauchs (um 15 % bis 2030 und 32 % bis 2015, verglichen mit 2010). Gleichzeitig werden erneuerbare Energien deutlich ausgebaut, wobei die Erzeugung von Strom aus Biomasse ausdrücklich nicht dazu gezählt wird. Das Szenario sieht sogar eine Verringerung der Bioenergie im Vergleich zu 2010 vor.

Wälder haben in diesem Ansatz eine besondere Rolle. Sie sollen CO2 langfristig speichern – und nicht zur Energieproduktion verbrannt werden.

 

Die folgende Tabelle stammt aus dem Bericht des Weltklimarats und zeigt die wichtigsten Kennzahlen für ein Klimaszenario, das auf Kohlenstoffbindung durch Wälder setzt:

http://www.pfpi.net/wp-content/uploads/2018/10/IPCC-no-overshoot-1.jpg

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