EU beschließt, dass Holz weiter in Kohlekraftwerken verbrannt werden darf

wolfgang Biomasse, EU, RED II

Seit dem frühen Morgen des 14. Juni gibt es eine neue erneuerbare Energien Richtlinie der EU für die Jahre 2020 bis 2030. Insbesondere bei dem umstrittenen Thema Bioenergie bleiben die Ergebnisse weit hinter den Erwartungen von Umweltorganisationen zurück.

Bis 2030 sollen 32 Prozent der in der EU verbrauchten Energie aus erneuerbaren Quellen stammen. Bereits im Februar wurde die Chance verpasst, zumindest das Verbrennen von Wurzelstubben und Stammholz auszuschließen und in Kraftwerken nur den Einsatz von Alt- und Restholz zuzulassen.

Der erste Entwurf der EU Kommission hatte immerhin noch vorgesehen, den Einsatz von „fester Biomasse“ auf Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung zu beschränken. Damit hätte verhindert werden können, dass Holz in ineffizienten Kraftwerken verbrannt wird, die ausschließlich Strom produzieren. Doch zum Schluss konnten sich die Verhandler der EU Mitgliedstaaten durchsetzen und den Vorschlag weiter verwässern. Kraftwerke mit mehr als 100 MW müssen einen Mindestwirkungsgrad von 36 % aufweisen, zwischen 50 und 100 MW müssen dem „Stand der Technik“ entsprechen und Anlagen unter 50 MW brauchen keine Kriterien einzuhalten.

Damit besteht auch weiterhin die Möglichkeit, die Umrüstung alter Kohlekraftwerke auf die Zufeuerung von Holz als Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Energien zu deklarieren und mit großzügigen Subventionen für vermeintliche Klimaschutzmaßnahme zu fördern.

Einziger Lichtblick: Die Mitgliedstaaten können zusätzliche Nachhaltigkeitskriterien einführen, die über die Mindeststandards der EU hinausgehen. Hier gibt es also noch genug zu tun.

 

weitere Informationen von Birdlife Europe und Fern