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Klimagipfel in Bonn:
Kahlschlag im Wald für den Kohleausstieg?

Wolfgang Kuhlmann Holzenergie, Klima, Kohleausstieg Leave a Comment

20 Länder haben die Klimaverhandlungen in Bonn genutzt, um mit großen Medien Tam Tam eine Allianz für den Kohleausstieg auf den Weg zu bringen. Bis 2030 wollen die Mitglieder der Powering Past Coal Alliance ihre Kohlekraftwerke geschlossen haben.

Derzeit betrage der Anteil der Kohle an der weltweiten Energiegewinnung fast 40 Prozent, erklärte das Bündnis. Um die Ziele des Pariser Klimaabkommen zu erfüllen, müssten die wichtigsten Industrieländer bis spätesten 2030 aus der Kohle aussteigen, der Rest der Welt bis spätestens 2050.

Große Kohlenutzer wie China, Indien, die USA oder Deutschland gehören noch nicht zu dieser Allianz. Bis zum nächsten Klimagipfel 2018 im polnischen Katowice, so hofft man,  soll die Zahl der Mitgliedsstaaten auf 50 gestiegen sein.

Etwas weniger Aufmerksamkeit erregte eine andere Veranstaltung, die auch im Rahmen der Klimakonferenz stattfand. VertreterInnen von 19 Staaten, die seit einem Jahr im Rahmen der Biofuture Platform zusammenarbeiten, bekräftigten ihr Ziel, den Anteil von Biomasse an der Energieversorgung in den nächsten zehn Jahren wenigstens zu verdoppeln.

Interessant sind die Überschneidungen der beiden Bündnisse. Mit Großbritannien, den Niederlande, Dänemark und Frankreich gehören die Länder der EU dazu, die in großem Stil eine Umstellung ihre Kohlekraftwerken auf Holzfeuerung subventionieren.

Auf das größte Problem, das damit verbunden ist, gehen sie nicht ein: Die CO2-Emissionen sinken nicht etwa, sondern sie steigen. Doch anstatt sie korrekt zu bilanzieren und die Emissionen dort zu zählen, wo sie entstehen, nämlich im Energiesektor, werden sie im Landnutzungssektor verbucht, wo sie sich hinter undurchsichtigen Abrechnungsmethoden vermeintlich in Luft auflösen.

Denn klimaneutral ist das Verbrennen von Holz in Kohlekraftwerken bei weitem nicht.

Powering Past Coal Alliance Biofuture Platform

plattform-wald-klima

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