Wissenschaftler warnen vor Steigerung der Holzernte

wolfgang Holzenergie, LULUCF

Über 190 Wissenschaftler wenden sich in einem offenen Brief an die Entscheidungsträger in der EU und warnen vor den negativen Klimaauswirkungen, die mit einer Erhöhung des Holzeinschlags zur Gewinnung von Bioenergie verbunden sind.

Wald- und Klimawissenschaftler aus Europa und den USA haben starke Bedenken gegen die wissenschaftlichen Grundlagen der aktuellen politischen Entscheidungen im Rahmen der Erneuerbaren Energien Richtlinie. Das Regelwerk zu LULUCF und die Nachhaltigkeitskriterien für Biomasse müssen so ausgestaltet werden, dass sie den größtmöglichen Beitrag zur Verminderung des Klimawandels und zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten.

Die LULUCF Richtlinie regelt die Bewertung von Treibhausgasemissionen und -senken aus der Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen und Wald (LULUCF steht für land use, land use change and forestry). Von besonderer Bedeutung ist hier der Referenzwert für die Waldbewirtschaftung. Wird hier eine zukünftige Erhöhung der Holzernte zur Gewinnung von Bioenergie bereits aufgeschlagen, besteht die Gefahr, dass die damit verbundene Verringerung des im Wald gespeicherten Kohlendioxid unterschlagen wird.

Bereits heute werden etwa 60 % der Holzernte in Europa als Brennstoff oder zur Produktion von Papier genutzt. Im Gegensatz zu langlebigen Holzprodukten wird der gebundene Kohlenstoff kurzfristig freigesetzt. Eine Erhöhung der Holzernte hat negative Auswirkungen auf das Klima, weil die Kohlenstoffsenke des Waldes verringert wird. Es kann Jahrzehnte bis Jahrhunderte dauern, bis der durch die Verbrennung des Holzes freigesetzte Kohlenstoff wieder in Bäumen gebunden ist.

Zum Brief der Wissenschaftler geht es hier: